Geistlicher Impuls


Geborgenheit

Unstillbar, Gott,
ist mein Verlangen
nach Geborgensein.
Aber das Haus,
in dem ich wohne,
ist nicht mein.
Einmal werde ich
gehen müssen.

Die Menschen,
mit denen ich mein Leben teile,
gehören mir nicht.
Einmal werden wir
Abschied nehmen voneinander.
Schon hat der Tod
Beziehungen ausgelöscht,
in denen ich zu Hause war.
Es ist ungewiss,
ob meine Freunde von heute
auch morgen
meine Freunde sein werden.

Mein Arbeitsplatz ist nicht
für alle Zeit gesichert.
Einmal werde ich alt werden,
und meine Schaffenskraft
wird erlahmen.
Es kann geschehen,
dass ich eines Tages
nicht mehr geben kann,
sonder nur noch nehmen muss.

Lass mich beizeiten lernen,
dass ich im Tiefsten nur bei dir zu Hause bin,
Herr, du mein Gott,
du mein Vater,
du meine Mutter,
was auch geschehen mag;
Ich bin dein.

Antje S. Naegeli